Beschreibung
Klassenführung meistern
Mit Klarheit, Präsenz und Gelassenheit durch den Schulalltag
Du hast deine Lektion sorgfältig vorbereitet und möchtest mit deiner Klasse lernen. Doch dann wird dazwischen gerufen, ein Kind verweigert sich, zwei geraten aneinander und während du versuchst, wieder Ruhe hineinzubringen, merkst du, wie deine eigene Energie schwindet.
Classroom Management gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben im Lehrberuf. Denn du begleitest viele unterschiedliche Kinder mit verschiedenen Bedürfnissen, Erfahrungen und Fähigkeiten. Selbst erfahrene Lehrpersonen kommen dabei immer wieder an ihre Grenzen. Das bedeutet nicht, dass du etwas falsch machst. Es bedeutet, dass Klassenführung eine hochkomplexe Aufgabe ist, für die wir Wissen, konkrete Werkzeuge und immer wieder neue Impulse brauchen.
In dieser zweiteiligen Workshopreihe richten wir den Blick auf zwei Bereiche, die untrennbar zusammengehören: Im ersten Teil geht es darum, wie du in herausfordernden Situationen klar und handlungsfähig bleibst. Im zweiten Teil schauen wir darauf, wie du deinen Unterricht und das Zusammenleben so gestaltest, dass viele Störungen gar nicht erst entstehen.
Dabei geht es weder um strengere Regeln noch um den einen Zauberstab, der ab morgen alle Schwierigkeiten verschwinden lässt. Es geht um die kleinen Veränderungen, die du tatsächlich beeinflussen kannst. Du lernst, mit Klarheit und Wohlwollen zu führen, Grenzen zu setzen, ohne die Beziehung zu gefährden, und auch in schwierigen Momenten die erwachsene Person zu bleiben, die das Steuer sicher in der Hand hält.
Teil 1: Intervention
Wenn es schwierig wird: klar reagieren, Grenzen setzen und in Verbindung bleiben
Ein Kind stört immer wieder, verweigert einen Auftrag oder wertet andere ab. Du musst reagieren, und zwar oft innerhalb weniger Sekunden. Gleichzeitig möchtest du weder in eine lange Auseinandersetzung geraten noch vor der ganzen Klasse einen Machtkampf beginnen.
In diesem Workshopteil lernst du, wie du Störungen früh wahrnimmst und mit kurzen, klaren Interventionen beantwortest. Wir zeigen dir, weshalb es einen grossen Unterschied macht, ob du öffentlich vor der Klasse oder möglichst unauffällig intervenierst, wie Körperhaltung, Blickkontakt und Sprache deine Wirkung beeinflussen und weshalb Problemlösung im aufgewühlten Moment kaum gelingen kann.
Du erfährst, was im Gehirn eines Kindes passiert, wenn starke Gefühle übernehmen, und wie du zuerst Sicherheit herstellen kannst, bevor ein klärendes Gespräch möglich wird. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem kurzen Gespräch nach dem Unterricht. Denn eine Intervention kann ein Verhalten für den Moment unterbrechen. Nachhaltige Veränderung entsteht meist erst dann, wenn wir später gemeinsam unter die Oberfläche schauen: Was hat das Verhalten ausgelöst? Was macht es dem Kind gerade schwer? Und welche Lösung können wir zusammen entwickeln?
Du erhältst konkrete Formulierungen und erprobte Strategien, die dir helfen, ruhig zu bleiben, klare Grenzen zu setzen und dem Kind gleichzeitig zu vermitteln: Ich akzeptiere dieses Verhalten nicht. Und ich gebe dich nicht auf.
Inhalte von Teil 1:
- Die verschiedenen Rollen einer Lehrperson in herausfordernden Situationen
- Eskalationen früh erkennen und möglichst verhindern
- Offstage und Onstage Interventionen
- Die kurze 10 Sekunden Intervention
- Wirkung von Körpersprache, Blickkontakt und Stimme
- Was im «heissen Zustand» im Gehirn passiert
- Konsequenzen, die Verhalten unterbrechen, ohne zu beschämen
- Das 5 Minuten Gespräch nach dem Unterricht
- Gemeinsam gegen das Problem: lösungsorientiertes Vorgehen mit Plan B
- Klar führen und gleichzeitig in Beziehung bleiben
Teil 2: Prävention
Eine Lernumgebung schaffen, in der Orientierung, Beziehung und Lernen möglich werden
Gute Klassenführung beginnt lange vor der ersten Störung. Sie zeigt sich darin, wie du die Kinder am Morgen empfängst, wie verständlich du einen Auftrag erteilst, wie du Übergänge gestaltest und wie klar die Kinder wissen, was von ihnen erwartet wird.
In diesem Workshopteil richten wir den Blick auf die präventive Kraft deiner Präsenz. Du lernst, wie du mit wenigen, verständlichen Leitlinien führst und Erwartungen so kommunizierst, vormachst und einübst, dass Kinder sie tatsächlich umsetzen können. Wir beschäftigen uns mit Ritualen, Routinen, Rhythmisierung, Bewegung und Momenten der Ruhe. Dabei geht es immer um die Frage: Was gibt dieser Klasse Sicherheit und was hilft ihr, ihre Aufmerksamkeit wiederzufinden?
Auch Beziehungsgestaltung ist ein wesentlicher Teil der Prävention. Kinder müssen spüren: Meine Lehrperson sieht mich, bleibt da und gibt mich nicht auf. Gleichzeitig brauchen sie die Sicherheit, dass die erwachsene Person Verantwortung übernimmt, klare Entscheidungen trifft und nicht jede Grenze neu verhandelt.
Du gehst mit vielen praktischen Ideen nach Hause, die du direkt in deinem Klassenzimmer ausprobieren kannst. Du musst dafür nicht alles verändern. Oft beginnt wirksame Prävention mit einer einzigen Routine, einem klareren Auftrag oder einem Übergang, den du gemeinsam mit der Klasse neu trainierst.
Inhalte von Teil 2:
- Präsenz als stärkste präventive Kraft
- Klarheit und Wohlwollen miteinander verbinden
- Erwartungen verständlich kommunizieren, vormachen und einüben
- Wenige tragfähige Prinzipien anstelle unzähliger Regeln
- Aufträge kurz, eindeutig und altersgerecht formulieren
- Übergänge bewusst vorbereiten und trainieren
- Rituale und Routinen, die Sicherheit und Orientierung geben
- Unterricht rhythmisieren und Aufmerksamkeit zurückholen
- Bewegung, Spiel und Achtsamkeit im Schulalltag
- Beziehung aktiv gestalten und positives Verhalten präzise stärken
- Prioritäten setzen und die eigene Energie schützen
- Zusammenarbeit mit Eltern und dem schulischen Team
Was du aus der Workshopreihe mitnimmst
Nach diesen beiden Workshopteilen verfügst du über eine gut gefüllte Werkzeugkiste für die Prävention und Intervention. Du kannst schwierige Situationen früher erkennen, kürzer und klarer reagieren und anschliessend Gespräche führen, die Entwicklung möglich machen. Gleichzeitig erhältst du viele Ideen, mit denen du vom ersten Schultag an für mehr Orientierung, Sicherheit und eine lernförderliche Atmosphäre sorgen kannst.
Du wirst auch nach diesem Workshop nicht jede Störung verhindern können. Das ist nicht das Ziel. Du wirst jedoch besser unterscheiden können, was der Moment gerade braucht, wo du Einfluss nehmen kannst und wie du auch dann präsent bleibst, wenn es schwierig wird.
So entsteht Klassenführung, die weder auf Härte noch auf endlosen Diskussionen beruht, sondern auf Klarheit, Verlässlichkeit und Beziehung. Und genau das entlastet nicht nur deine Klasse, sondern auch dich.
Melde dich jetzt an und starte das neue Schuljahr mit frischer Energie und klaren Strategien!









