LRS & Dyskalkulie

LRS & Dyskalkulie mit Sabine Omarow

Rechenschwäche erkennen, Rechtschreibung verstehen – und Kinder wirksam stärken

Wenn Kinder im Lesen, Schreiben oder Rechnen immer wieder scheitern, bleibt das selten nur eine fachliche Herausforderung. Oft geraten sie in einen inneren Kreislauf aus Frust, Unsicherheit und wachsendem Druck. Sie beginnen, an sich selbst zu zweifeln, ziehen sich zurück oder entwickeln die stille Überzeugung: Ich kann das einfach nicht.

Genau hier setzt diese Kategorie an.

Mit Sabine Omarow tauchst du in zwei Themen ein, die für viele Lehrpersonen und Eltern von grosser Bedeutung sind: Dyskalkulie und LRS. Du bekommst nicht nur fachliche Einblicke, sondern vor allem ein tieferes Verständnis dafür, was hinter den Schwierigkeiten eines Kindes stehen kann – und wie du Kindern so begegnen kannst, dass sie nicht noch mehr Selbstvertrauen verlieren, sondern Schritt für Schritt wieder Sicherheit gewinnen.

Im Bereich Dyskalkulie erfährst du, wie du Rechenschwäche früh erkennen und besser einordnen kannst. Du lernst, warum gerade zu Beginn ein klarer und verlässlicher Rechenweg so wichtig ist, wie du die Zahlvorstellung gezielt aufbaust und wie du Kinder begleiten kannst, die durch viele Misserfolge bereits emotional belastet sind. Gleichzeitig geht es auch darum, wie Eltern sinnvoll einbezogen werden können und wie du als Lehrperson zu einer echten Vertrauensperson im Matheunterricht wirst.

Im Bereich LRS wird deutlich, dass Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten nicht einfach mit „mehr lesen“ oder „mehr üben“ verschwinden. Sabine räumt mit dem Mythos auf, dass viel Lesen automatisch zu guter Rechtschreibung führt, und zeigt auf, weshalb Lesen und Schreiben ganz unterschiedliche Anforderungen stellen. Im Zentrum stehen deshalb nicht Druck oder blosses Pauken, sondern gezielte Strategien, klare Regeln und ein verstehensorientierter Zugang zur Sprache.

Du erfährst, warum Silben, Ableitungen, Verlängerungen und Rechtschreibregeln so bedeutsam sind, weshalb langes unkorrigiertes Schreiben problematisch sein kann und wie Kinder durch kreative, geduldige und klug aufgebaute Förderung wirklich unterstützt werden können. Besonders wertvoll ist dabei der Blick auf das Kind hinter der Schwierigkeit: Kinder wachsen nicht durch Beschämung, sondern durch Beziehung, Ermutigung und das Erleben, dass Lernen wieder gelingen kann.

Wenn du in diese Kategorie eintauchst, bekommst du also nicht nur Wissen über LRS und Dyskalkulie, sondern auch viele konkrete Impulse für deinen pädagogischen Alltag. Du wirst darin bestärkt, Symptome früher zu erkennen, Hintergründe besser zu verstehen und Kinder mit mehr Klarheit, Ruhe und Wirksamkeit zu begleiten.

Die Aufzeichnungen zu diesen Inhalten findest du unter „Video“.

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Sabine Omarow

Sabine Omarow ist Lerntrainerin, Mutter und Gründerin der „Praxis für Sinn Lerntraining“ – einem Ort, an dem Lese-Rechtschreib- und Rechenschwäche (Dyskalkulie) liebevoll, individuell und wirkungsvoll begleitet werden. Was als Suche nach Hilfe für ihre Tochter begann, entwickelte sich zu einer beruflichen Berufung: Sabine studierte Psychologie, wurde Legasthenietrainerin und baute ihr Know-how über Jahre hinweg als Selbstständige aus.

Seit 2003 begleitet sie Kinder, Jugendliche und Erwachsene – zuerst in Berlin, danach in Paderborn, und seit November 2024 in Bad Lippspringe. Ihre Praxis basiert auf dem SINN‑System (Selbstbewusstsein • Individuell • Nachhaltig • Nicht-meckern), einem flexiblen Lernrahmen, den sie selbst entwickelt hat – stets offen für Neues.

In ihrer Arbeit verbindet sie wissenschaftlich fundierte Methoden mit grosser Empathie. Ihr Anliegen ist klar: Jede Person darf in ihrem eigenen Tempo und auf ihre Weise lernen – ohne Druck, dafür mit viel Vertrauen und Klarheit.

https://www.sabine-omarow.de/

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Rechenschwäche erkennen – und Kinder stärken

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In dieser Session mit Sabine Omarow wird eindrücklich sichtbar, dass Kinder mit Rechenschwäche weit mehr brauchen als zusätzliche Arbeitsblätter oder noch mehr Druck. Sie brauchen Erwachsene, die hinter die Fehler schauen, mathematische Grundlagen wirklich verstehen und Kinder so begleiten, dass wieder Vertrauen wachsen kann.

Im Zentrum steht die Frage, wie Rechenschwäche früh erkannt und sinnvoll begleitet werden kann. Sabine zeigt, weshalb es so wichtig ist, Kindern nicht zu viele verschiedene Rechenwege gleichzeitig zuzumuten, sondern ihnen einen klaren, verlässlichen Zugang zu geben, der Sicherheit schafft statt Verwirrung. Besonders die Zahlvorstellung und die Zehnerzerlegung werden dabei als tragende Grundlagen sichtbar, auf denen späteres mathematisches Denken aufbauen kann.

Gleichzeitig wird deutlich, dass Rechenschwierigkeiten fast nie nur mit Zahlen zu tun haben. Viele Kinder tragen bereits Misserfolgserlebnisse, innere Anspannung und negative Glaubenssätze in sich. Umso wichtiger ist eine Lehrperson, die nicht nur erklärt, sondern auch emotional auffängt, stärkt und wieder Zuversicht vermittelt.

Auch die Rolle der Eltern wird mitgedacht: Nicht als zusätzliche Druckmacher, sondern als wichtige Verbündete, die Kinder mit Klarheit und Ermutigung begleiten können. Die Session macht Mut, Mathematik nicht nur als Leistungsfeld zu sehen, sondern als Beziehungsraum, in dem Kinder neu erfahren dürfen: Ich kann verstehen. Ich kann lernen. Ich kann wachsen.

Key Takeaways

  • Kinder mit Rechenschwäche brauchen vor allem Vertrauen, Sicherheit und eine Lehrperson, die an sie glaubt.
  • Eine tragfähige Zahlvorstellung ist die Grundlage für jedes weitere mathematische Lernen.
  • Die Zehnerzerlegung ist ein zentraler Baustein und sollte gezielt und verständnisorientiert aufgebaut werden.
  • Zu viele Rechenwege überfordern oft mehr, als dass sie helfen. Ein klarer Weg schafft innere Ruhe.
  • Matheangst und negative Glaubenssätze sollten ernst genommen und nicht übergangen werden.
  • Wiederholung ist wichtig – aber so, dass sie Sicherheit aufbaut und nicht entmutigt.
  • Eltern können eine wertvolle Unterstützung sein, wenn sie verständlich und stärkend einbezogen werden.
  • Beziehung, Haltung und Sprache sind oft genauso wirksam wie die Methode selbst.

Rechtschreibregeln statt Pauken

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In diesem Gespräch mit Sabine Omarow wird deutlich, dass Kinder mit LRS oder Rechtschreibschwierigkeiten nicht einfach mehr üben oder mehr lesen müssen, sondern vor allem eines brauchen: einen klaren, verstehbaren Zugang zur Sprache. Sabine zeigt auf, warum Lesen und Rechtschreiben nicht dasselbe sind und weshalb gute Rechtschreibung nicht automatisch durch häufiges Lesen entsteht.

Statt auf blosse Wiederholung oder Auswendiglernen zu setzen, richtet sich der Blick auf das, was Kinder wirklich stärkt: Strategien, Regeln und sprachliche Zusammenhänge. Themen wie Silben, Ableitungen, Verlängerungen und der bewusste Umgang mit Rechtschreibmustern stehen dabei im Mittelpunkt. Ebenso wird kritisch beleuchtet, wie problematisch es sein kann, wenn Kinder über längere Zeit unkorrigiert schreiben und sich dadurch fehlerhafte Schreibweisen verfestigen.

Besonders wertvoll ist die Haltung, die sich durch das ganze Gespräch zieht: Kinder mit Rechtschreibschwierigkeiten brauchen keine Beschämung und keinen ständigen Druck, sondern Geduld, gute Erklärungen, kreative Zugänge und Erwachsene, die an ihre Entwicklung glauben. Genau darin liegt die eigentliche Stärke dieser Session: Sie verbindet fachliche Klarheit mit einer tief menschlichen, stärkenden Perspektive auf das Lernen.

Key Takeaways

  • Viel lesen allein führt nicht automatisch zu guter Rechtschreibung.
  • Rechtschreibung muss bewusst erklärt und gezielt aufgebaut werden.
  • Kinder brauchen Strategien wie Verlängern, Ableiten und Silben erkennen.
  • Langes unkorrigiertes Schreiben kann falsche Schreibweisen verfestigen.
  • Hinter grossen Schwierigkeiten steckt nicht einfach Faulheit oder Unmotivation.
  • Wirksames Üben bedeutet: weniger Themen, dafür klarer, länger und intensiver.
  • Kreative Worterarbeitung mit Bildern, Geschichten und Merkhilfen kann sehr unterstützend sein.
  • Beschämung blockiert Lernen – Geduld, Beziehung und Ermutigung sind zentral.
  • Bei starken Schwierigkeiten ist gezielte Förderung oft hilfreicher als reine Nachhilfe.
  • Kinder brauchen Erwachsene, die ihnen Entwicklung zutrauen und passende Wege eröffnen.