Classroom Management

Classroom Management

In diesem Input mit Alexa Eicher ging es um einen wichtigen Perspektivenwechsel im Umgang mit herausforderndem Verhalten. Kinder und Jugendliche verhalten sich nicht einfach „schwierig“, um zu provozieren. Vielmehr ist ihr Verhalten oft ein Ausdruck von Überforderung, innerer Unruhe oder fehlender Sicherheit.

Ein zentraler Gedanke war die Formel:

Leistung = Potenzial – Störung

Das bedeutet: Kinder bringen grundsätzlich viel Potenzial mit. Wenn dieses Potenzial im Alltag nicht sichtbar wird, lohnt sich der Blick auf das, was gerade stört oder blockiert. Dabei kann es sich um Stress, Unsicherheit, innere Anspannung, Überforderung oder fehlende Selbstregulation handeln.

Besonders wertvoll war auch der Gedanke, dass wir als Lehrpersonen nicht nur einzelne Kinder regulieren, sondern das ganze Feld. Eine Klasse ist ein gemeinsames System. Darum hilft es oft mehr, die Stimmung im Raum wahrzunehmen und gemeinsam wieder in mehr Ruhe und Sicherheit zu kommen, statt nur einzelne Kinder zu korrigieren.

Die Zusammenfassung und die Aufzeichnung findest du unter Video.

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Alexa Eicher

Alexa Eicher ist Mental Coach, Prozessbegleiterin und Gründerin von Bildungsquali. Seit über 20 Jahren begleitet sie Jugendliche, Lernende, Lehrpersonen und Begleitpersonen in herausfordernden Entwicklungsprozessen. In ihrer Arbeit verbindet sie Bewusstseinsarbeit, Selbstwirksamkeit und mentale Begleitung mit einem tiefen Verständnis für Bildung, Beziehung und innere Prozesse. Ihr Anliegen ist es, Menschen dabei zu unterstützen, Herausforderungen neu zu sehen, Blockaden zu lösen und mutig ihren eigenen Weg zu gehen.

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In diesem Input mit Alexa Eicher ging es um einen wichtigen Perspektivenwechsel im Umgang mit herausforderndem Verhalten. Kinder und Jugendliche verhalten sich nicht einfach „schwierig“, um zu provozieren. Vielmehr ist ihr Verhalten oft ein Ausdruck von Überforderung, innerer Unruhe oder fehlender Sicherheit.

Ein zentraler Gedanke war die Formel:

Leistung = Potenzial – Störung

Das bedeutet: Kinder bringen grundsätzlich viel Potenzial mit. Wenn dieses Potenzial im Alltag nicht sichtbar wird, lohnt sich der Blick auf das, was gerade stört oder blockiert. Dabei kann es sich um Stress, Unsicherheit, innere Anspannung, Überforderung oder fehlende Selbstregulation handeln.

Besonders wertvoll war auch der Gedanke, dass wir als Lehrpersonen nicht nur einzelne Kinder regulieren, sondern das ganze Feld. Eine Klasse ist ein gemeinsames System. Darum hilft es oft mehr, die Stimmung im Raum wahrzunehmen und gemeinsam wieder in mehr Ruhe und Sicherheit zu kommen, statt nur einzelne Kinder zu korrigieren.

Zusammenfassung: Leistung = Potenzial – Störung mit Alexa Eicher

Takeaways

1. Herausforderndes Verhalten ist oft ein Signal

Kinder zeigen mit ihrem Verhalten häufig, dass ihr System gerade überfordert ist. Hinter Lautstärke, Widerstand oder Verweigerung steckt oft ein innerer Stresszustand.

2. Sicherheit ist die Grundlage für Lernen

Kinder können nur dann gut lernen, wenn sie sich sicher fühlen. Erst Sicherheit macht Beziehung, Konzentration und Lernen möglich.

3. Wir regulieren das Feld

Nicht nur einzelne Kinder brauchen Regulation, sondern oft die ganze Klasse. Die gemeinsame Stimmung im Raum spielt eine grosse Rolle.

4. Beziehung geht vor Korrektur

Kinder brauchen Erwachsene, die präsent, klar und innerlich ruhig bleiben. Beziehung schafft die Grundlage dafür, dass Entwicklung möglich wird.

5. Selbstwirksamkeit ist zentral

Kinder brauchen Erlebnisse, in denen sie spüren: „Ich kann etwas bewirken.“ Genau dieses Gefühl stärkt Motivation und Entwicklung.

6. Unsere Haltung wirkt mit

Kinder reagieren nicht nur auf Worte, sondern stark auf unseren Zustand. Darum ist Selbstregulation auch für uns als Lehrpersonen zentral.

Umsetzungsideen für den Schulalltag

1. Anders auf Verhalten schauen

In schwierigen Situationen innerlich nicht sofort denken:
„Das Kind provoziert.“

Hilfreicher ist die Frage:
„Was ist gerade schwierig?“
oder
„Was könnte hinter diesem Verhalten liegen?“

2. Kurze Regulationsinseln einbauen

Baue im Schulalltag bewusst kleine Momente der Ruhe ein, zum Beispiel:

  • 3 tiefe Atemzüge
  • 1 Minute still werden
  • kurze Gedankenreise
  • ruhiges Zeichnen nach einer anstrengenden Phase

Schon wenige Minuten können helfen, das Nervensystem zu beruhigen.

3. Das Feld benennen

Wenn die ganze Klasse unruhig ist, sprich nicht nur einzelne Kinder an, sondern benenne die Situation offen.

Zum Beispiel:

  • „Ich merke, es ist gerade sehr viel Unruhe im Raum.“
  • „Wir müssen uns zuerst gemeinsam wieder sammeln.“
  • „So können wir gerade nicht gut lernen.“

4. Mehr von Verantwortung sprechen

Statt nur Regeln in den Mittelpunkt zu stellen, kann es hilfreich sein, von Verantwortung zu sprechen:

  • Verantwortung für sich selbst
  • Verantwortung fürs Lernen
  • Verantwortung fürs Miteinander
  • Verantwortung fürs Feld

5. Eigene Überforderung ehrlich zeigen

Auch wir dürfen spüren und benennen, wenn es gerade zu viel wird.

Zum Beispiel:

  • „Ich merke, ich brauche mit euch kurz einen Moment Ruhe.“
  • „Wir unterbrechen kurz, damit wir uns wieder sammeln können.“

Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Modell für gesunde Selbstregulation.

6. Erfolg bewusst sichtbar machen

Nicht nur Probleme ansprechen, sondern auch kleine Fortschritte bewusst benennen.

Zum Beispiel:

  • „Du hast dich heute schneller beruhigt.“
  • „Das ist dir heute schon viel besser gelungen.“
  • „Du hast gemerkt, was du gebraucht hast.“

So wird Selbstwirksamkeit gestärkt.

Schlussgedanke

Nicht jedes schwierige Verhalten braucht sofort Korrektur.
Oft braucht es zuerst Verständnis, Regulation und Beziehung.

Wenn wir Kinder nicht nur über ihr Verhalten sehen, sondern auch über ihr inneres Erleben, entstehen neue Möglichkeiten für Entwicklung, Lernen und echte Verbindung.