Englischvokabeln leichter lernen: Die besten Methoden auf einen Blick

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Viele Kinder scheitern beim Englischlernen nicht an der Grammatik, sondern an riesigen Vokabelbergen! «Bis morgen lernt ihr bitte diese 20–30 Wörter» oder «bis Montag lernt ihr alle unregelmässigen Verben» – und schon kippt die Stimmung. Kinder kommen frustriert nach Hause mit Tränen in den Augen «Ich schaffe das nicht!».

Besonders Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Legasthenie geraten hier in Stress. Gleichzeitig wissen wir: Ein Wort verankert sich durch sinnvolle, wiederholte Begegnungen und Verknüpfungen – nicht durch blosses Durchlesen.

Die gute Nachricht: Mit einer klaren Vokabelroutine, klugen Reduktionen und kurzen, regelmässigen Lerneinheiten wird aus Überforderung wieder Selbstwirksamkeit.

Diese Vokabel-Werkzeuge wirken wirklich:

  • Der praxiserprobte 6-Schritte-Plan: vom Klang bis zur Anwendung,
  • Der «Weglass-Trick» gegen Überforderung,
  • Die «5-am-Tag»-Routine mit Wochenplan,
  • 2 extrastarke Merk-Methoden (Lupen- und Kino-Methode),
  • Die Cluster-Strategie für unregelmässige Verben,
  • Prompts, Spiele und Mini-Übungen für Unterricht und zuhause sowie,
  • Wichtige Impulse für tragfähige Lerngespräche.

Unser Ziel ist es, dir eine klare, alltagstaugliche Vokabelroutine an die Hand zu geben, die Überforderung reduziert, Wiederholung sinnvoll strukturiert und Selbstwirksamkeit stärkt – damit alle Kinder selbstbewusst sagen können:
«Egal was heute kommt, ich kann das!»

Warum Vokabeln oft nicht «hängen bleiben»

Du kennst das vielleicht noch aus deiner eigenen Schulzeit: Du paukst endlos viele Vokabeln und lernst zahllose Stunden lang, aber am nächsten Tag ist kaum noch etwas davon übrig.

Das sind die Gründe:

  • Zu viel auf einmal: Die Überforderung verhindert deinen Fokus und zerstreut die Aufmerksamkeit. Zudem belastet der Stress, den du dabei empfindest, den Übergang ins Langzeitgedächtnis. 
  • Nur lesen statt lernen: Ohne das Nachsprechen der Wörter und das Hören des Klanges, ohne erklärende Bilder und zugehörige Gesten sowie das Üben der Schreibweise und die Anwendung im Dialog, bleibt das Lernen oberflächlich.
  • Zu seltene Wiederholung: Inhalte verschwinden, wenn sie nicht regelmässig wiederholt werden. Hierfür gibt es exakte Formeln, die wir in einem anderen Kapitel aufgeschrieben haben.
  • Alphabetisch sortierte Vokabellisten: Deine Vokabeln sollten sinnvoll gruppiert, als sog. Cluster, gelernt werden. So gelingen Verknüpfungen leichter, die das Gehirn zum Speichern benötigt.

Kurz erklärt: Das Gedächtnis speichert nachhaltiger, wenn Informationen multimodal enkodiert (hören, sagen, sehen, schreiben, bewegen), abgerufen (aktiv erinnern) und regelmässig wiederholt werden (spaced repetition).

Genau darauf zielt unser neuer Leitfaden ab. Dort findest du alle Schritte noch einmal Schritt-für-Schritt erklärt.

1. Der «Weglass-Trick»: Das Gehirn entlasten

Fokussiere zuerst konsequent die Wörter, die am häufigsten benutzt werden. Danach widmest du dich den Vokabeln, die auch dazugehören, jedoch nicht wirklich essenziell sind. Zum Schluss benennst du sowohl die Kernwörter als auch den passiven Wortschatz, der gelernt werden soll.

  • Grund-/Häufigkeitswortschatz zuerst (Wörter, die in kommenden Texten ständig vorkommen).
  • Optionale Wörter passiv lernen (erkennen statt aktiv produzieren)
  • Klar kommunizieren: «Wir lernen heute 6 Kernwörter richtig. Drei bleiben passiv.»

👉 Lehrpersonen-Tipp: Vor Vokabel-Tests klar sagen, was nicht abgefragt wird. So lenkst du Ressourcen auf die Wörter, die sitzen müssen.

2. Die 6-Schritte-Vokabelroutine

Arbeite mit kleinen Wort-Paketen von 3 bis 7 Wörtern (bei LRS eher 3–5) und halte jede Einheit kurz: 8–15 Minuten genügen. So bleibt die Konzentration hoch, der Einstieg leicht und der Fortschritt sichtbar.

Vokabeln lernen Vorbereitung1) Clever vorbereiten:
Eröffne mit einem Ritual: Ein kleines Glas Wasser trinken, dreimal tief durchatmen, 30–60 Sekunden tanzen oder sich anders bewegen. Starte dann mit der «Nur‑1‑Minute-Methode» (Timer stellen!), um die Anfangshürde zu senken. Sortiere die Wörter nach Clustern und von leicht nach schwer und beginne mit den Kernwörtern. Diese Ordnung schafft schnelle Erfolgserlebnisse und verhindert, dass zu schwierige Wörter schon zu Beginn bremsen.

Klang der Wörter hören2) Den Klang hören:
Lies die Liste einmal klar vor oder nutze eine Aufnahme. Achte auf Lautlänge, Wortbetonung und typische Stolperstellen. Wer den Klang sicher im Ohr hat, findet später leichter zur richtigen Schreibung und Aussprache. Ziel dieser Phase ist, einen «auditiven Haken» zu setzen, an dem das Wort hängen bleibt.

Aussprache der Vokabel3) Nachsprechen:
Jetzt wird der Klang aktiv geübt: Die Klasse kannst du wie im Chor anleiten. Sie sprechen gemeinsam oder im Wechsel («Call‑and‑Response»), mit Rhythmus oder im Gehen. Variiere die Stimme (Flüsternd, mit Roboterstimme oder als Reporterin) und lasse die Silben spürbar werden. Kurze Wiederholungen festigen Aussprache und Wortbild, ohne in monotones Pauken zu verfallen.

Bedeutung verstehen4) Begreifen über Geschichten:
Verbinde jedes Wort mit einer Bedeutung, die man sehen oder fühlen kann: eine kleine Zeichnung, eine Geste oder eine Geschichte:
Beispiel success: «Die Bankräuber stopfen Geld in den Sack → success = Erfolg.» Je verrückter, desto einprägsamer – Humor und Bewegung stärken die Verankerung. Entscheidend ist: Nutze nur ein starkes Bild pro Wort!

Kino Methode Vokabeln lernen5) Rechtschreibung absichern:
Bei der Lupen‑Methode vergleichst du Klang und Schrift, markierst deutsche und englische Parallelen und kreist Stolpersteine ein. 🎥** Kino‑Methode**: Du projizierst das Wort innerlich «gross» auf eine Leinwand, buchstabierst es, schreibst es auf, prüfst es und lässt die heikle Stelle blinken. Eine kurze Schreib‑Kontrolle am Ende sorgt für das Gefühl: «Das sitzt!»

Wiederholen von Vokabeln6) Sinnvoll wiederholen & anwenden
Statt sinnloser Paukerei: kurze Wiederholungen über den Tag verteilt (spaced repetition). Wechsle die Abrufwege (Bedeutung → Wort, Wort → Bedeutung, Lückensatz) und baue sofort eine Anwendung ein: ein eigener Satz aus der Lebenswelt (z. B. Bezug zu einem Hobby). So wird das Wort aktiv und bleibt im Gedächtnis.

Warum es wirkt: Die Routine kombiniert die Enkodierung (Klang, Bild, Bewegung), Elaboration (eigene Sätze) und Abruftraining (Drills) – genau die Mischung, die stabile Gedächtnisspuren bildet.

3. Lernen in Bewegung: Aha-Effekt inklusive!

Für das Lernen ist es immer hilfreich, den Körper zu aktivieren. Hier sind drei einfache Wege, um damit zu beginnen:

👉 Mini-Workout: Du kannst Treppen steigen, Hampelmänner machen oder verrückt zu deinem aktuellen Lieblingssong tanzen.
👉 Stehend lernen: Währenddessen kannst du stehend sprechen, Gelerntes auf dem Trampolin wiederholen oder in der Runde jemandem einen Ball zuwerfen und das Wort sagen.
👉 Innere Bewegung: Auch diese Art der Bewegung zählt. In der Kino-Methode animierst du Buchstaben, lässt schwierige Stellen aufleuchten und lernst so aktiv die schwierigen Wörter.

4. Bei unregelmässigen Verben: Cluster nutzen

Alphabetische Listen liefern Chaos im Kopf, weil sie ohne Zusammenhang stehen. Das Gehirn lernt nachhaltiger, wenn es Muster erkennen kann.

Verben clusternBeispiele für sinnvolle Cluster:

  • Hühner-Verben: in allen drei Formen sind gleich (cut–cut–cut, put–put–put).
  • Katzen-Verben: Die Vokale I-A-U klingen fast wie «Miau»(sing–sang–sung, ring–rang–rung, drink–drank–drunk)
  • Frosch-Verben: Das ow–ew–own-Muster erinnert an die Geräusche eines Frosches (blow–blew–blown, grow–grew–grown, know–knew–known, throw–threw–thrown)
  • Zwillings-Verben: 2. und 3. Form sind identisch (A-B-B), oft mit -t/-d-Endung: say–said–said, tell–told–told, sleep–slept–slept, build–built–built)
  • Muschel-Verben: Die erste und dritte Form sind gleich (come–came–come; run–ran–run).
  • Wolf-Verben: Sie sind wild und passen in kein Muster (go–went–gone; be–was/were–been).

So nutzt du Cluster im Alltag:

🐓 Storytelling: Überlege dir eine Geschichte pro Cluster mit einer Hauptfigur (= Huhn/Katze/Frosch).
🎤 Alle Rappen oder Singen: In der Dreierreihe: break–broke–broken.
🎲 Spielerische Anwendung: Erstelle ein Quartett mit Cluster-Farben; Würfelspiel (bei 1 = Katzen-Verb aufsagen, bei 6 = wildes Wolf-Verb).
💬 Abfragen als Warm-up: Nennt alle Katzen-Verben, die euch einfallen, → am Schluss die fehlenden ergänzen.

5. Wochenstruktur: die «5-am-Tag»-Routine

Das Prinzip: Wähle täglich 5 neue Vokabeln und wiederhole 5 von gestern. Entscheidend ist der Rhythmus. Und geh unbedingt darauf ein, wenn dein Kind auch Lust hat, am Wochenende zu üben.

Schlafturbo: 5 Minuten vor dem Einschlafen alle fünf neuen Vokabeln leise wiederholen – hilft beim Transfer ins Langzeitgedächtnis.

Beispiel-Woche (10–15 Min/Tag):

1️⃣ Mo: 5 neue Vokabeln → Schwierige Wörter von der letzten Woche kurz wiederholen.
2️⃣ Di: Liste vom Montag wiederholen → + 5 neue.
3️⃣ Mi: Liste vom Dienstag wiederholen → + 5 neue.
4️⃣ Do: Liste vom Mittwoch wiederholen → + 5 neue.
5️⃣ Fr: Liste vom Donnerstag wiederholen → + 5 neue.
6️⃣ Sa/So: Pausieren oder eine schnelle Runde einlegen (3 bis 5 Min, während ihr euch bewegt).

6. Lerngespräch in 4 Schritten: Für Lehrpersonen & Eltern!

  1. Anerkennung bieten: Betone zuerst, was schon klappt. Wechsle bei Korrekturen häufiger vom Rotstift zum Grünstift.
  2. Skalen-Frage von 0 bis 10: «Wo stehst du beim Vokabellernen heute?» → «Was würde dich genau einen Punkt nach oben bringen?»
  3. Konkrete Vereinbarungen: «Diese Woche lernen wir 5 Vokabeln am Tag; oder vor dem Schlafengehen 3 Minuten; oder wir probieren diese Woche die Kino‑Methode bei schwierigen Wörtern.»
  4. Follow-up: Bei der nächsten passenden Interaktion kurz nachfragen, und ggf. Fortschritt sichtbar machen.

7. Prompts, Vorlagen & Mikro-Übungen

  • Satzbau aus der Lebenswelt üben (Prompt für KI-Anwendungen):
    «Erstelle 5 kurze, korrekte Sätze auf Englisch mit den Wörtern ring, sing, drink – Thema: Fussballtraining. Gib nach jedem Satz eine deutsche Übersetzung.»
  • Lückentext (Prompt für KI-Anwendungen):
    «Erstelle einen 6‑Satz‑Lückentext im Simple Past mit den Verben sing–sang–sung, drink–drank–drunk, ring–rang–rung. Lösung separat.»
  • Karteikarten-Vorlage (Analog oder digital):
    Für die Vorderseite: Die Vokabel + kleine Skizze und eine zugehörige Geste 
    Rückseite: Bedeutung des Worts, einen Satz mit dem Wort, eine Stolperstelle (falls vorhanden), Mini‑Story dazu.
  • 60‑Sekunden‑Übung (Timer stellen):
    Klang‑Chor: 60 Sek. als Call‑and‑Response-Übung.
    Buchstabierblitz: 60 Sek. Wörter mit Kinomethode bearbeiten → schreiben → checken.
    Cluster‑Rap: 60 Sek. Katzen und Hühner-Verben chanten.

8. Häufige Stolpersteine und was du dagegen tun kannst

Viele Stolpersteine lassen sich bereits im Voraus entschärfen: Statt «Wir lernen einfach alles auf einmal» hilft Fokus – mit dem «Weglass‑Trick» bearbeitet ihr den Kernwortschatz zuerst. Wer nur still liest, kommt nicht weit. Das Lernen von Vokabeln gelingt umso besser, je mehr Sinne einbezogen werden: Hören, Sprechen, Sehen, Schreiben und Bewegen. Nicht nur vor Prüfungen üben, sondern regelmässig und täglich. Unregelmässige Verben lernt ihr am besten gut sortiert in Clustern, mit Hilfe von Mustern und Geschichten oder mit Rhythmus und Spielen. Und wenn sich das Lernen dauernd mühsam anfühlt, bringt die «Nur‑1‑Minute»-Mini‑Methode, Humor und Bewegung wieder Leichtigkeit.

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