Regeln, die tragen

Viele Lehrpersonen erleben, dass sie im Alltag von Einträgen, Ampelsystemen und ständigen Ermahnungen absorbiert werden. Diese Strategien erzeugen jedoch selten nachhaltige Wirkung. Kinder fühlen sich beschämt oder unfair behandelt, Eltern sind verunsichert und Lehrpersonen verlieren Zeit und Energie.

Nachhaltige Klassenführung gelingt anders: Sie beruht auf wenigen, klaren Regeln, die gemeinsam mit den Kindern entwickelt werden und für alle verstehbar, bewältigbar und bedeutsam sind. Wichtig ist, dass Regeln nicht als starre Kontrolle erlebt werden, sondern als Orientierung, die Sinn stiftet und Sicherheit schafft. Der Umgang mit Regelverstössen soll Beziehung ermöglichen, Verantwortung fördern und Wiedergutmachung anstelle von Strafe in den Vordergrund stellen.

Zentral bleibt die Haltung der Lehrperson: klare Führung ohne Härte, Konsequenz ohne Drohung, Wärme ohne Nachgiebigkeit. Die eigene Selbstregulation, das bewusste Vermeiden von Rampenlicht für Störerinnen und Störer sowie die Bereitschaft, positive Erfahrungen sichtbar zu machen, sind Schlüssel für ein tragfähiges Miteinander.

Handout “Umgang mit Regeln”

Wichtigste Takeaways

  • Weniger ist mehr: Maximal drei bis fünf Kernregeln, klar formuliert und für die Kinder sinnvoll nachvollziehbar.

  • Mit den Kindern entwickeln: Regeln gemeinsam erarbeiten, visualisieren und im Alltag immer wieder spielerisch aufgreifen.

  • Leise und konsequent reagieren: Ermahnungen ohne Öffentlichkeit, stattdessen kurze Nachgespräche und klare Erwartungen.

  • Wiedergutmachung statt Strafe: Kinder übernehmen Verantwortung durch kleine konkrete Handlungen, die zur Gemeinschaft beitragen.

  • Die pädagogische Waage im Gleichgewicht halten: Anerkennung, Humor und positive Rückmeldungen müssen häufiger sein als Korrekturen.

  • Überraschungsmomente schaffen: Kleine, unerwartete positive Erfahrungen wirken stärker als Belohnungssysteme.

Kommentare

Judith Maschke

Judith Maschke ist ausgebildete Sozialarbeiterin, Spiel- und Theaterpädagogin sowie Psychodrama-Therapeutin für Kinder, Jugendliche und Familien. Sie arbeitet seit vielen Jahren als Supervisorin und Klärungshelferin und bringt ihre Erfahrung in ganz unterschiedlichen pädagogischen Feldern ein – von Kunstprojekten mit Kindern bis hin zu Themen wie Aggressivität, Stillsein, Regeln und Klassenklima.

In ihrer Arbeit legt sie grossen Wert darauf, Lehrpersonen und Schulsozialarbeitende praxisnah zu unterstützen. Ihr Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Regeln wirklich tragfähig gestaltet werden können, wie man mit Regelverstössen ohne Drohungen und Strafen umgeht und wie es gelingt, ein Lernklima zu schaffen, in dem sich Kinder gesehen und ernst genommen fühlen.

Mit ihrem Ansatz verbindet sie Humor, Lebendigkeit und psychodramatische Methoden mit klarer Struktur. In Zürich bietet sie Weiterbildungen zum sozialen Lernen und zum pädagogischen Psychodrama an und zeigt, wie Lehrpersonen ihre pädagogische Präsenz stärken und den Schulalltag entlasten können.

Articles

Gerne posten wir hier dein Material oder Artikel zu diesem Thema: info@paedagogik-plus.com

Videos

Regeln, die tragen

Viele Lehrpersonen erleben, dass sie im Alltag von Einträgen, Ampelsystemen und ständigen Ermahnungen absorbiert werden. Diese Strategien erzeugen jedoch selten nachhaltige Wirkung. Kinder fühlen sich beschämt oder unfair behandelt, Eltern sind verunsichert und Lehrpersonen verlieren Zeit und Energie.

Nachhaltige Klassenführung gelingt anders: Sie beruht auf wenigen, klaren Regeln, die gemeinsam mit den Kindern entwickelt werden und für alle verstehbar, bewältigbar und bedeutsam sind. Wichtig ist, dass Regeln nicht als starre Kontrolle erlebt werden, sondern als Orientierung, die Sinn stiftet und Sicherheit schafft. Der Umgang mit Regelverstössen soll Beziehung ermöglichen, Verantwortung fördern und Wiedergutmachung anstelle von Strafe in den Vordergrund stellen.

Zentral bleibt die Haltung der Lehrperson: klare Führung ohne Härte, Konsequenz ohne Drohung, Wärme ohne Nachgiebigkeit. Die eigene Selbstregulation, das bewusste Vermeiden von Rampenlicht für Störerinnen und Störer sowie die Bereitschaft, positive Erfahrungen sichtbar zu machen, sind Schlüssel für ein tragfähiges Miteinander.

Handout “Umgang mit Regeln”

Wichtigste Takeaways

  • Weniger ist mehr: Maximal drei bis fünf Kernregeln, klar formuliert und für die Kinder sinnvoll nachvollziehbar.

  • Mit den Kindern entwickeln: Regeln gemeinsam erarbeiten, visualisieren und im Alltag immer wieder spielerisch aufgreifen.

  • Leise und konsequent reagieren: Ermahnungen ohne Öffentlichkeit, stattdessen kurze Nachgespräche und klare Erwartungen.

  • Wiedergutmachung statt Strafe: Kinder übernehmen Verantwortung durch kleine konkrete Handlungen, die zur Gemeinschaft beitragen.

  • Die pädagogische Waage im Gleichgewicht halten: Anerkennung, Humor und positive Rückmeldungen müssen häufiger sein als Korrekturen.

  • Überraschungsmomente schaffen: Kleine, unerwartete positive Erfahrungen wirken stärker als Belohnungssysteme.