Neurodivergente Schüler im Unterricht: 3 sofort wirksame Methoden
Neurodivergente Schüler im Unterricht verstehen – 3 konkrete Methoden für Lehrpersonen
Neurodivergente Schüler im Unterricht brauchen keine Extrabehandlung. Sie brauchen Lehrpersonen, die anders kommunizieren. Hier erfährst du, wie du mit konkreten, sofort einsetzbaren Methoden mehr Klarheit, Sicherheit und Verbindung schaffst.
Johnny Bilet ist heute Unternehmer. Seinen Schulweg würde er trotzdem nicht noch einmal gehen wollen. Er war geprägt von Missverständnissen, Sanktionen und dem Gefühl, falsch zu sein. Erfahrungen, die viele neurodivergente Schüler im Unterricht machen. Mit einer Ausnahme: Ein Lehrer verstand, was er brauchte.
“Nur ein Lehrer konnte mit mir umgehen, weil er mich verstanden hat.”
— Johnny Bilet, Unternehmer
Was machte dieser Lehrer anders?
Keine Zauberei. Keine Extrabehandlung.
Er hat drei Dinge konsequent verändert. Genau die drei Faktoren, die im Umgang mit neurodivergenten Schülern im Unterricht entscheidend sind: Klarheit, Mitbestimmung und echte Verbindung.
Und genau diese drei Prinzipien lassen sich in Impact-Techniken übersetzen – in konkrete Methoden, die abstrakte innere Zustände sichtbar und körperlich erfahrbar machen.
Schauen wir uns diese drei Methoden im Detail an:
1. Klarheit schaffen – bevor Stress entsteht
Neurodivergente Gehirne reagieren auf Unklarheit wie auf eine Bedrohung. Was für andere Schüler ein kleines Zucken ist, kann für ein neurodivergentes Kind ein echter Stressmoment sein: Wechsel im Ablauf, unklare Aufträge, überraschende Übergänge.
Das Ergebnis? Unruhe, die aussieht wie Störung. Widerstand, der aussieht wie Faulheit. Rückzug, der aussieht wie Desinteresse.
Der Lehrer, an den sich Johnny erinnert, hat eines konsequent gemacht: Er hat Klarheit hergestellt, bevor sie nötig wurde.

Material: Ein kleiner Stein, Radiergummi oder beliebiger Gegenstand
So geht’s: Zu Beginn jeder Lektion legst du den Gegenstand auf das Pult des Schülers. Er bedeutet: “Jetzt weisst du, was kommt.” Gleichzeitig schreibst du drei Punkte an die Tafel: Was passiert heute, in welcher Reihenfolge, was am Ende erwartet wird.
Warum es wirkt: Der Gegenstand wird zum körperlichen Anker für Sicherheit. Der Schüler muss nicht im Kopf speichern, was als Nächstes kommt, denn das Objekt erinnert ihn daran. Kein Stress, keine Überraschung.
💡 Variation: Beim Übergang sagst du ruhig: “Der Stein bleibt. Aber jetzt kommen wir zu Schritt 2.” Der Schüler atmet durch.
2. Mitbestimmung ermöglichen – echte Kontrolle zurückgeben
Für viele neurodivergente Kinder ist Schule ein Ort, an dem permanent über sie entschieden wird. Sitz hier. Mach das. Nicht so. Schneller. Leiser. Das erzeugt ein tiefes Gefühl von Machtlosigkeit. Und Machtlosigkeit kostet enorm viel Energie.
Johnny erinnert sich genau daran, wie es sich anfühlte, als sein Lehrer ihn fragte: “Was brauchst du?” Nicht rhetorisch. Nicht als Trick. Sondern echt.
Impact-Techniken nutzen genau dieses Prinzip: Sie geben dem Kind eine physische, sichtbare Kontrolle zurück.
Impact-Technik: Die Energie-SkalaMaterial: Keine – nur der Körper und ein gedachtes Bild.
So geht’s: Bitte den Schüler, aufzustehen. Erkläre: “Stell dir vor, der Boden ist eine Skala von 0 bis 10. 0 ist völlig leer, 10 ist explodierend voll. Wo stehst du gerade?” Der Schüler geht körperlich auf die entsprechende Stelle im Raum.
Warum es wirkt: Durch die Bewegung im Raum macht der Schüler seinen inneren Zustand sichtbar. Für dich und für sich selbst. Aus dem diffusen “Ich bin unruhig” wird ein konkreter Ort: “Ich stehe bei 8.” Das schafft die Basis für ein echtes Gespräch.
💡 Folgefrage: “Was bräuchtest du, um einen Schritt Richtung 5 zu gehen?”
Der Schüler sucht selbst die Lösung.
3. Echte Verbindung aufbauen – jenseits des Lehrstoffs
Der Lehrer, der Johnny verstand, führte Gespräche, die nicht vom Lehrstoff handelten. Er fragte nach dem Leben. Er teilte etwas von sich. Er war präsent, nicht als Kontrollinstanz, sondern als Mensch.
Diese Verbindung war das Fundament, auf dem alles andere erst möglich wurde. Vertrauen kann man nicht verordnen. Aber man kann Situationen schaffen, in denen es entstehen darf.

Material: Zwei Stühle, die sich gegenüberstehen. Ein ruhiger Moment, 5–10 Minuten.
So geht’s: Du stellst zwei Stühle auf. Du sitzt auf einem, der andere bleibt leer. Du sagst: “Auf diesem Stuhl sitzt du, so wie du dich gerade fühlst. Ich erzähle dir, was ich wahrnehme.” Dann beschreibst du neutral, was du beobachtest, ohne Wertung. Danach tauscht ihr: Der Schüler setzt sich auf deinen Stuhl und beschreibt, was er aus dieser Perspektive sieht.
Warum es wirkt: Die räumliche Trennung von “ich” und “mein Verhalten” entlastet enorm. Der Schüler muss sich nicht verteidigen, er kann beobachten. Das öffnet Türen, die durch direkte Konfrontation verschlossen bleiben.
💡 Auch für Konfliktsituationen mit anderen Kindern einsetzbar: Wer sitzt auf dem anderen Stuhl? Wie würde diese Person das beschreiben?
Was du heute schon mitnehmen kannst
Diese drei Techniken – der Anker-Gegenstand, die Energie-Skala und der leere Stuhl – sind keine Therapiemethoden. Sie sind Gesprächs- und Beziehungswerkzeuge, die du als Lehrperson einsetzen kannst, ohne Zusatzausbildung, ohne extra Zeit.
Was sie alle gemeinsam haben: Sie machen etwas Unsichtbares sichtbar. Sie geben dem Kind einen Körper, eine Position, einen Gegenstand, durch den es sich selbst besser verstehen kann.
Johnny brauchte keine Diagnose. Er brauchte einen Lehrer, der aufgehört hat zu fragen: “Was stimmt mit dir nicht?” und stattdessen fragte: “Was brauchst du?”
Das ist der Unterschied. Und diesen Unterschied kannst du als Lehrperson machen.
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