LRS Förderung effizient: Regeln statt Pauken
Ein Gastbeitrag von Sabine Omarow, https://www.sabine-omarow.de
Leider steht unter meinen Beiträgen immer wieder, dass die Rechtschreibung nichts anderes als Auswendiglernen sei.
Da stimme ich absolut nicht zu.
Wenn natürlich jedes Wort als Lernwort mit nach Hause gegeben wird, dann stimmt das. Doch das ist eine absolute Überforderung für sehr viele Kinder.
Es gibt viel zu viele Wörter, um sie alle auswendig zu lernen. Und auch bloße Abschreibübungen oder Diktate sind kein Rechtschreibtraining.
Unsere Sprache hat eine Struktur – sie hat viele Regeln. Mit Hilfe der Regeln und Strategien können wir die meisten Wörter richtig schreiben, ohne jedes Wort einzeln auswendig zu lernen.
Ich sage meinen Schüler:innen immer: “Du hast doch keinen Computer im Kopf!”
Ein Computer kann sich alle Wörter merken. Wir nicht!
Mit den Regeln können wir sehr viele Wörter richtig schreiben. Diese müssen natürlich gelernt werden, dann geübt und immer wieder wiederholt werden.
Dafür ist in der Schule leider keine Zeit mehr, viele Schüler kennen wenig Regeln – kein Wunder also, dass sie viele Fehler machen.
Die Schüler müssen wieder die Regeln und Strategien lernen und intensiv üben, dann werden sie schreiben können!
Nehmen wir einmal die l, m, n, r – Regel: Nach l, m, n und r – das merke dir ja, kommt nie tz und nie ck.
In den 22 Jahren meiner Tätigkeit sind mir nur sehr wenige Schüler begegnet, die diese Regel kennen. Dabei ist das eine wunderbare Regel, um viele Fehler zu vermeiden. Holz, Prinz, Kerze, Balken, Imker, Klinke, merken – all diese Wörter können nicht mit tz und ck geschrieben werden. Doch viele Kinder hören da ein tz oder ck heraus.
Wussten sie, dass das tz das zz ist und das ck das kk? Tz und ck sind die Verdopplung von z und k. Das ist, meiner Meinung nach, eine wichtige Information. Wie sollen die Schüler sonst kurze und lange Vokale in den Wörtern mit z/tz oder k/ck unterscheiden?
Kommen wir zurück zur Regel – diese Regel gilt natürlich universell: Nach l, m, n und r kommt eben auch kein nn, mm, ss … Wenn Kinder den Aufbau der Silben noch nicht ganz verstanden haben, dann verdoppeln sie manchmal den Konsonanten dort, wo es gar nicht geht. Und da hilft diese Regel ebenso.
Oder nehmen wir die Bettregel: Nimm diese Regel mit ins Bett, nach au, ei, eu und ie kommt nie tz und nie ck.
Wie viele wollen ein ss nach einem ei oder au schreiben? In Deutschland schreiben wir nach langen Selbstlauten kein ss, wir schreiben außen, außer…
Und auch diese Regel gilt universell – laufen, lieben, Reifen, schneiden.
Ich führe jede Rechtschreibregel einzeln ein, übe und festige sie, erst dann kommt die nächste Regel. Die Wiederholungen der Regeln sind ein wichtiger Teil meiner Arbeit, denn Wiederholungen sind das A und O beim Lernen.
Ja, es sind viele Regeln, doch wie schrieb mir eine erwachsene Schülerin, nachdem wir unser gemeinsames Training beenden konnten:
“Auch wenn es nur ein paar Rechtschreibregeln sind, sie lassen mir Flügel wachsen!”

Am 6. März 2026 (jedes Jahr im März findet der Kongress statt) startet der 9. LRS-Kongress. In diesem Kongress geht es um das Lernen des Lesens, Schreibens, Rechnens und des Lernens an sich. Wir wollen, dass das Lernen Spaß macht, dass es nachhaltig ist und die Kinder in der Schule endlich die Zeit und die Methoden zum Lernen bekommen, die sie brauchen
Auf diesem Kongress halte ich selber mehrere Vorträge, unter anderem auch den Vortrag:
Sabine Omarow – Die Einführung in die Regeln für die Wörter mit z/tz, k/ck und ihre universelle Anwendung + PDF zum Herunterladen
Außerdem stelle ich Lernspiele vor, mit denen die Rechtschreibung spielerisch geübt werden kann.
Und auch die liebe Branka Rezan ist mit diesem Vortrag dabei: Was sind Glaubenssätze und wie bestimmen sie unser Selbstbild?

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Ueber die Autorin:
Sabine Omarow ist Lerntrainerin und Inhaberin der Praxis für Sinn Lerntraining mit Standorten in Paderborn und Bad Lippspringe. Als selbst betroffene Mutter beschäftigte sie sich intensiv mit Lernproblemen, absolvierte ein Studium und machte sich vor über 18 Jahren selbstständig. Heute begleitet sie Kinder und Erwachsene mit Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) und Rechenschwäche durch individuell angepasste Fördermethoden. Sabine Omarow ist zudem Autorin verschiedener Übungsbücher, die Lesen, Lernen und Spielen vereinen, sowie Organisatorin des renommierten LRS-Kongresses. Ihre Arbeit zeichnet sich durch viel Geduld, Kompetenz und den Fokus auf spielerisches, gehirngerechtes Lernen aus. Weitere Informationen unter www.sabine-omarow.de.
