Neurodivergenz: Wie du als Lehrer den Unterschied machst
Ein Satz, der nachhallt. Zudem ist es ein Satz, der mitten ins Herz deiner Arbeit als Pädagoge zielt.
“Nur ein Lehrer konnte mit mir umgehen, weil er mich verstanden hat.”
Diese Worte stammen von Johnny Bilet. Heute ist er ein erfolgreicher Unternehmer, obwohl sein Weg durch die Schule von Missverständnissen geprägt war. In unserem Gespräch hat er uns einen tiefen Einblick gegeben, was diesen einen Lehrer so besonders machte – und was andere übersehen haben.
Seine Kernbotschaft ist klar: Es geht nicht um perfekte Diagnosen, sondern um menschliche Verbindung, Klarheit und Mitbestimmung.
Wie aber schaffst du das im hektischen Schulalltag? Ganz einfach, indem du dich auf vier entscheidende Bereiche konzentrierst, die direkt aus Johnnys Erfahrungen abgeleitet sind.
1. Die Macht der Erwartungen: Schaffe Klarheit und Sicherheit
Ein zentrales Highlight aus dem Gespräch mit Johnny ist die immense Bedeutung von vorhersehbaren Strukturen. Neurodivergente Gehirne haben nämlich oft Schwierigkeiten mit unklaren Übergängen oder überraschenden Planänderungen. Das erzeugt Stress, der oft als “Störung” fehlinterpretiert wird.
Konkrete Umsetzungsschritte für mehr Klarheit:
2. Die Kraft der Mitbestimmung: Gib Kontrolle zurück
Johnny betonte, wie wichtig es war, als Person wahrgenommen zu werden, nicht als Problem. Ein Gefühl der Machtlosigkeit ist tatsächlich für viele neurodivergente Schüler Alltag. Indem du ihnen kleine Entscheidungen überlässt, gibst du ihnen Selbstwirksamkeit und Würde zurück.
Konkrete Umsetzungsschritte für mehr Mitbestimmung:
3. Die Magie des Gesprächs: Baue eine echte Verbindung auf
Der Lehrer, der Johnny verstand, tat vor allem eines: Er führte Gespräche, die über den Lehrstoff hinausgingen. Folglich zeigte er authentisches Interesse am Menschen Johnny. Diese Beziehung war das Fundament, auf dem alles andere aufbaute.
Konkrete Umsetzungsschritte für mehr Verbindung:
Dein Einfluss ist grösser, als du denkst
Johnnys Geschichte ist kein Einzelfall. Vielmehr ist sie ein kraftvolles Plädoyer dafür, dass du als Lehrkraft eine immense Macht hast. Du musst kein Experte für Neurodivergenz sein. Du musst nur bereit sein, Klarheit zu schaffen, Mitbestimmung zu ermöglichen und echte Gespräche zu führen.
Sei neugierig. Sei mutig. Sei vielleicht genau die eine Lehrkraft, an die sich ein Schüler ein Leben lang mit Dankbarkeit erinnert.
Was probierst du aus? Wie unterstützt du deine Schüler und Schülerinnen?
Das vollständige Gespräch mit Johnny Billeter findest du im Mitgliederbereich.
