Ein starkes Selbstbild für ein starkes Leben – Wie Eltern ihre Kinder begleiten können

Jedes Kind kommt mit einem einzigartigen Blumenstrauss voller Möglichkeiten auf die Welt. Doch was entscheidet darüber, ob es diese Möglichkeiten nutzt? Ob es sich den Herausforderungen stellt, an Fehlern wächst und mit Mut durchs Leben geht? Die Antwort liegt in seinem Selbstbild.
Kinder, die an sich glauben, lernen Misserfolge als Lernschritte anzusehen. Sie bleiben dran, auch wenn es schwierig wird. Sie wissen: „Ich kann das noch nicht – aber ich kann es lernen.“ Doch dieses Vertrauen in sich selbst entsteht nicht von alleine. Es wird geprägt – durch Erfahrungen, durch Worte, durch die Art, wie Eltern und Bezugspersonen auf ihre Anstrengungen reagieren.
In diesem Artikel wollen wir dir eine kleine Auswahl an hilfreichen Strategien aufzeigen, mit denen du als Lehrperson oder Elternteil dabei helfen kannst, ein starkes Selbstbild aufzubauen. So förderst du aktiv Selbstvertrauen, Beharrlichkeit und Selbstmitgefühl und legst auch den Grundstein für ein erfülltes und glückliches Leben.
1. Was es braucht: Beharrlichkeit und den Mut, weiterzumachen
Manche Kinder geben sofort auf, wenn etwas nicht klappt. Andere versuchen es immer wieder, bis sie es schaffen. Was hier den grossen Unterschied macht, ist der innere Dialog. Die Worte, die Kinder zu sich selbst sagen, wenn sie stolpern. Ein Kind mit einem starken Selbstbild denkt: „Ich bin nicht gescheitert, ich wachse.“ Ein Kind, das sich selbst hart beurteilt, denkt: „Ich bin nicht gut genug.“
Eltern können diesen inneren Dialog aktiv beeinflussen. Sie können Kindern helfen, mutmachende Selbstgespräche zu führen:
„Jeder macht Fehler, das gehört dazu.“
„Ich habe schon andere Dinge gelernt, ich schaffe das auch.“
„Ich probiere es noch einmal, vielleicht klappt es dieses Mal.“
Kinder lernen nicht nur durch Worte, sondern auch durch das, was sie sehen. Wenn Eltern nach einem Fehler ruhig bleiben, sich selbst ermutigen
und weitermachen, lernen Kinder genau das: Fehler sind kein Ende – sie sind ein Anfang.
2. Mit viel Selbstmitgefühl zum Erfolg
Viele Kinder sind sehr streng mit sich selbst. Sie ärgern sich, wenn sie etwas nicht können, vergleichen sich mit anderen und fühlen sich klein. Selbstmitgefühl ist der Schlüssel. Es bedeutet, sich selbst so zu behandeln, wie man eine gute Freundin oder einen guten Freund behandeln würde – mit Verständnis, Geduld und Ermutigung.
Eltern können das vorleben, indem sie nicht nur die Leistung, sondern den Weg dorthin wertschätzen:
- Statt „Super, du hast eine Eins!“ lieber: „Ich habe gesehen, wie du dich angestrengt hast, das hat sich gelohnt!“
- Statt „Warum hast du das falsch gemacht?“ lieber: „Fehler helfen uns zu lernen. Was hast du daraus mitgenommen?“
In diesem Zuge lohnt sich auch eine tiefgehende Analyse der eigenen Glaubenssätze. Bei Glaubenssätzen handelt es sich um tiefe Überzeugungen über uns selbst und die Welt, die unser Verhalten und unsere Wahrnehmung stark beeinflussen. Häufig entstehen negative Glaubenssätze aus Erfahrungen in der Kindheit und prägen uns unbewusst.
Indem wir uns ihrer bewusst werden, können wir sie jedoch gezielt verändern. Positive Affirmationen helfen dabei, alte, limitierende Überzeugungen durch stärkende, unterstützende Gedanken zu ersetzen. Anstatt zu denken „Ich schaffe das nicht“, können wir beispielsweise affirmieren „Ich bin fähig und vertraue meinen Stärken.“ Durch regelmässige Wiederholung dieser positiven Aussagen gelingt es, unser Gehirn umzuprogrammieren und uns selbst mit mehr Mut, Selbstvertrauen und Zuversicht zu begegnen. Wie dir das ebenfalls gelingen kann, erfährst du in unserem Beratungs- und Kursangebot.
Hilfreich können auch kleine Affirmationskarten sein, die positive Botschaften tragen. Diese können gut sichtbar zuhause platziert werden und sorgen so für ein positives Selbstbild der Eltern.
3. Vom Schulkind zum Erwachsenen – Ein starkes Selbstbild als Fundament fürs Leben
Wenn Kinder lernen, an sich zu glauben, Fehler als Chancen zu sehen und mit sich selbst mitfühlend zu sprechen, nehmen sie diesen inneren Kompass mit ins Erwachsenenleben. Sie wissen, dass sie Hindernisse überwinden können, dass sie auch nach Rückschlägen weitergehen – nicht, weil es leicht ist, sondern weil sie gelernt haben, dass sie es können.
Und genau das ist es, was wir als Eltern und Begleiter:innen auf ihrem Weg tun können: Ihnen das Vertrauen schenken, das sie eines Tages in sich selbst tragen werden.
Denn ein Kind, das an sich glaubt, ist ein Kind, das wachsen kann – in der Schule, im Leben und darüber hinaus.