Lernen für Faule

 

Lernen für Faule – 10 Lerntipps für effektives Lernen

«Du könntest mehr erreichen, wenn du dich mehr anstrengst!» Hörst du dich oft diesen Satz zu deinem Kind sagen? Dann kennst du bestimmt dieses Szenario: Dein Kind lernt für eine wichtige Prüfung oder einen bevorstehenden Test immer auf dem letzten Drücker. Vielleicht sagt es sogar von sich selbst, dass es zu faul zum Lernen sei. Doch lernfaule Kinder sind nicht immer ein Grund zur Besorgnis. Denn viele von ihnen sind Meister im effektiven Lernen. Mit den Lerntipps in diesem Artikel kann auch dein Lernmuffel ohne Frust und Ärger das Beste aus seinen angeborenen Fähigkeiten herausholen.

Lernfaulheit: Unerhört oder ganz schön clever?

Spätestens mit dem Übergang von der Grundschule aufs Gymnasium finden sich viele Kinder in einem ungewohnten Trott aus langen Schultagen, einem hohen Erfolgsdruck und Bergen an Hausaufgaben ausgesetzt. Die Zeit für Hobbies und zum Freundetreffen wird immer weniger. Es ist daher nicht verwunderlich, dass vielen Kindern die Lust am Lernen vergeht. Sie wollen erst das Vergnügen und danach ihren schulischen Pflichten nachgehen. Schnell gelten solche Kinder dann als faul. Solche Bezeichnungen sind allerdings nicht nur wertend und äusserst unschön, sondern in vielen Fällen auch demotivierend und gänzlich ungerecht. Denn «faule Lerner» sind nicht selten effektive Lerner. Ich erachte daher den Begriff des minimalistischen Lerners als wesentlich zutreffender. 

Tatsächlich weisen Minimalisten einige ganz besondere Talente auf, mit denen es ihnen gelingt mit wenig Aufwand schnell und effektiv zu lernen.


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Minimalisten…

  • gelingt es, Informationen auf ihre wichtigsten Inhalte zu reduzieren und sich mit einprägsamen Schlüsselwörtern viel zu merken.
  • können an nahezu jedem Ort konzentriert lernen – egal ob am Küchentisch, auf der Fahrt zum Sportverein oder zwischen den Terminen.
  • haben eine positive Einstellung zu ihrem inneren Schweinehund und erhalten sich somit die Freude am Leben.
  • können mit der richtigen Lernmethode so erfolgreich sein wie ihre fleissigeren Mitschüler – und geniessen dank ihrer effizienten Lernweise mehr von ihrer Freizeit.

Von engagiert und erfolgreich bis frustriert erfolglos: die 4 Lerntypen

Sind Minimalisten also die besseren Schüler? Nicht zwingend: Es kommt darauf an, wie erfolgreich sie mit ihrem Lernstil sind und ob dieser zu ihrer Persönlichkeit und den eigenen Ansprüchen passt. Nicht selten leiden Minimalisten unter dem Ruf faul zu sein und setzen sich dadurch zusätzlich unter Druck. Aber auch fleissige Schüler, die sich tage-, wenn nicht sogar wochenlang auf eine wichtige Klausur vorbereiten, sind nicht automatisch mit Erfolg gesegnet. Man kann zwischen vier unterschiedlich erfolgreichen Lerntypen unterscheiden:

Der engagierte Erfolgreiche

ist vermutlich der Traum eines jeden Lehrers (und so mancher Eltern). Er betreibt grossen Aufwand bei der Vorbereitung, ist diszipliniert, strebsam und interessiert.

Grösste Schwächen: perfektionistisch, setzt sich selbst unter Druck, manchmal erschöpft, kann sich in Details verzetteln

Empfehlung: Lerninhalte priorisieren, Pausen einplanen, Raum für Fehler zulassen, Feedback nicht persönlich nehmen, Erfolge feiern

Der disziplinierte Erfolglose

ähnelt dem engagierten Erfolgreichen in dem Aufwand, den er betreibt, ist aber nicht erfolgreich mit seinem Lernverhalten.

Probleme: verausgabt sich, frustriert, wenn gewünschte Resultate ausbleiben, lernt ungünstig und ist manchmal unkonzentriert, hat ein negatives Selbstbild

Empfehlung: andere Lernstrategien ausprobieren, Lerninhalte strukturieren und besser organisieren, einen Lernplan erstellen, visuelle und auditive Lerninhalte integrieren, Konzentrationsfähigkeit verbessern 

Der frustrierte Erfolglose

ist das Sorgenkind von Eltern und Lehrern. Hat aufgrund seines ausbleibenden Erfolges resigniert, gibt sich keine Mühe und ist häufig lustlos. Stört in manchen Fällen den Unterrichtsablauf und läuft Gefahr, die Schule frühzeitig abzubrechen.

Probleme: ausbleibende Leistungen, versetzungsgefährdet, unmotiviert, desillusioniert, hat sich selbst aufgegeben

Empfehlung: Selbstwahrnehmung und Selbstwert verbessern, kleine Erfolgserlebnisse schaffen, mit eigenen Zielen und Wünschen auseinandersetzen, Lernstrategie ändern, Konzentrationsfähigkeit verbessern, Rückschläge akzeptieren, Unterstützung holen (z.B. Nachhilfe)

Der minimalistische Erfolgreiche

Hat viel Potenzial, wird aber oft unterschätzt. Ist mit minimalem Lernaufwand erfolgreich. Sieht Lernen als ein Mittel zum Zweck, verbringt seine Zeit aber lieber mit Freunden, auf dem Sportplatz oder bei der Ausübung seiner Hobbies.

Grösste Schwächen: hat oft ein schlechtes Gewissen («Ich könnte mehr tun, wenn ich nur wollte») und Schwierigkeiten, sich selbst zu akzeptieren («Ich bin zu faul»), hat keinen Spass am Lernen und sieht oft keinen Sinn im Lernstoff

Empfehlung: Selbstakzeptanz praktizieren, kein schlechtes Gewissen haben, eigene Erfolge anerkennen, sich nicht von mangelnder Motivation und Selbstdisziplin bremsen lassen, feste Lernzeiten einplanen

Du siehst, auch lernfaule Kinder können unter den richtigen Umständen durchaus gute Ergebnisse erzielen. Das Schönste daran ist, dass ihnen noch Freizeit zum Kindsein bleibt.

Richtig lernen: 10 effektive Lerntipps für mehr Lernerfolg

Wenn auch dein Kind zu den Lernmuffeln gehört oder mit dem Aufwand, den es betreibt, mehr Frust als Erfolg einfährt, solltest du die Tricks der erfolgreichen minimalistischen Lerner einmal ausprobieren. Mit diesen effektiven Lerntipps wird Lernen für faule oder gefrustete Schüler garantiert einfacher: 

  1. Abwechslungsreiche Lernmethoden nutzen

Einer der besten Lerntipps für Schüler ist, sich die neuen Medien zunutze zu machen und Lernvideos, Audioinhalte und Spiele (z.B. Lernquizze) in den Lernplan einzubauen. Deine Kinder sollten zudem eine Mindmap oder abgespeckte Karteikarten zum Lernen nutzen, auf denen sie kurze, prägnante Stichpunkte zu einem Thema notieren. Mithilfe von Eselsbrücken, Minigeschichten, Reimen und Liedern werden auch schwer merkbare Inhalte einprägsam, z.B. «sieben, fünf, drei – Rom schlüpft aus dem Ei» für das Gründungsjahr der Stadt Rom 753 v. Chr.

  1. Feste Lernzeitfenster und Pausen einplanen

Für viele minimalistische Lerner ist es typisch, erst 1 Tag vor der Prüfung zu lernen. Dies führt unweigerlich zu einem immensen Druck, denn wer so spät anfängt zu lernen, für den zählt jede Minute. Effektives Lernen benötigt aber Pausen – ansonsten kommt das Leistungstief und der Stoff will nicht mehr in den Kopf. Deine Kinder sollten sich daher feste Zeitfenster einplanen, in denen sie lernen, und kurze Zeiträume für ein wenig Erholung. Dank der Zeitfenster wird der Lerninhalt auch überschaubarer – und das steigert die Motivation.

  1. Handy weg!

Handys sind die Ablenkungsquelle Nummer Eins. Nichts bringt Schüler schneller aus der Konzentration als ein ständig bimmelndes Mobiltelefon. Deswegen das Handy während der Lernzeiten stummschalten oder am besten ganz weglegen, damit man hundert Prozent bei der Sache ist.

  1. Motivation finden

Lernen kann für Faule eine echte Plage sein. Nichts ist weniger attraktiv für Kinder, als den ganzen Tag vor den Büchern zu sitzen, wenn draussen perfektes Freibadwetter herrscht oder sich die Freundinnen zum Shoppen verabredet haben, während man pauken muss. Dein Kind sollte daher versuchen, sich seine Motivationsgründe vor Augen zu führen: Warum ist es sinnvoll, genau jetzt mit dem Lernen anzufangen? Welcher Bezug kann zum Lernen hergestellt werden? Vielleicht findet sich auch ein besonderer Lernort, der dein Kind zum Lernen antreibt. Wenn das alles nicht hilft, probiert es mit der 3-Sekunden-Regel: Hierbei sollte dein Kind nach dem Gedanken «ich sollte jetzt eigentlich…» innerhalb von drei Sekunden mit dem Lernen beginnen und ihr werdet sehen, wie es den Lernstoff tatsächlich durchgearbeitet bekommt.

  1. Lernstoff organisieren

Sich nur durch einen seitenlangen Text zu arbeiten, bringt wenig. Der Lernstoff sollte in überschaubare Häppchen eingeteilt werden. Ermutige dein Kind, Stichpunkte zu machen und sich einen Überblick über das Thema zu verschaffen. Was ist besonders wichtig, was eher zweitrangig? Auch der Lehrer sollte nach den geforderten Lernzielen gefragt werden, damit sich dein Kind bewusst auf die Schwerpunkte vorbereitet.

  1. Die perfekte Lernzeit finden

Manche Schüler merken sich mehr, wenn sie vor dem Schlafengehen lernen. Andere sind am Morgen ganz bei der Sache. Beobachtet, zu welchen Zeiten es deinem Kind am leichtesten Fällt zu lernen und plant Lernsequenzen möglichst zu diesen Zeiten ein.

  1. Multitasking vermeiden

Effektives Lernen erfolgt dann, wenn wir uns ganz auf eine Sache konzentrieren. Singletasking heisst daher die Devise. Dein Kind sollte sich auf ein Thema fokussieren, anstatt zwischen verschiedenen Aufgaben und Fächern hin- und her zu switchen.

  1. Für ausreichend Bewegung sorgen

Ausreichend Bewegung hält nicht nur fit und gesund, sondern steigert auch die Konzentration. Ausserdem eignet sich ein Spaziergang an der frischen Luft oder der Lieblingssport gut dazu, Frust abzubauen und den Kopf fürs Lernen freizubekommen.

  1. Sich selbst belohnen

Egal ob sich dein Kind in den fest eingeplanten Pausen ein Stück Schokolade gönnt oder ein persönliches Highlight für das Wochenende einplant – kleine Selbstbelohnungen steigern das Wohlbefinden. So kehrt es mit noch mehr Motivation an den Schreibtisch zurück.  

  1. Selbstakzeptanz praktizieren

Es ist in Ordnung, effektiv und schnell zu lernen und sich Minimalziele zu setzen. Man muss nicht tief in jedes Thema einsteigen und selbst wenn keine Bestleistung abgeliefert wird, macht das dein Kind nicht weniger liebenswert. Es ist wichtig, diese positiven Glaubenssätze zu verinnerlichen, um Selbstzweifeln entgegenzuwirken.

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